Historie
Zempow ist eine ursprünglich slawisch-wendische Siedlung namens Szempowe (Buchfinkenort). Im Zuge der Ostkolonisation kam Szempowe 1250 zum Klosterhof Dranse. 1274 wird Zempow erstmalig urkundlich erwähnt. Menschen und Ort unterliegen einer wechselhaften Geschichte im Mecklenburgischen Grenzgebiet, 1574 ist Zempow als wüste Feldmark dokumentiert.
1701-1709 fand der Wiederaufbau und die Ansiedlung von Bauernwirtschaften unter Friedrich I statt. Der erste Kirchenbau datiert 1709. Nach einem Brand, der die aus Holz gebaute Kirche zerstörte begann 1866 der Kirchenneubau in neogotischem Stil, hier wurde die Lütke-Müller-Orgel eingebaut. Im Dorf fanden zum Teil um die Jahrhundertwende gründerzeitliche Modernisierungen der Wohnhäuser statt, wie es zu der Zeit in der Region üblich war und man in vielen Dörfern an den Hausfassaden sehen kann. 1933 gründete sich die Zempower Feuerwehr.
Die Weltkriege hinterließen ihre Spuren, daran erinnern die Gedenktafeln und das Denkmal für die Gefallenen. Aus dem Osten flohen die Menschen vor dem Krieg und etliche blieben auch in Zempow. 1946 hatte das Dorf die höchste Einwohnerzahl in seiner Geschichte mit 267 Menschen.
In den Aufbaujahren nach dem 2. Weltkrieg und Gründung der DDR wurde die Zempower LPG Florian Geyer gegründet. Sie bestand von 1953 bis 1972 und wurde dann der Nachbar-LPG in Schwarz angeschlossen.
Sehr bekannt wurde Zempow ab 1977 durch das erste Autokino der DDR, das Kultstatus erreichte.
Bis 1990 gab es Auswirkungen des Bombodroms und der Stationierung sowjetischer Truppen in der Region. Zur Wende verzeichnete Zempow den niedrigsten Bevölkerungsstand seit seiner Gründung 1701.
Ab 1992 gab es wesentliche Impulse durch die Ansiedlung von neuen Unternehmen (Biolandwirtschaft, Vermarktung, Tourismus) und Vereinsaktivitäten mit ökologischer Ausrichtung, und Lokale Agenda 21 Projekten und Entwicklung des Landtourismus ab 1995. Zempow wurde 1995 Gewinner im Tat-Orte Wettbewerb 1995 und erhielt 2000 einen Tat-Orte Sonderpreis. Im Zuge der zivilen Widerstands gegen das Bombodrom war Zempow von 1992 bis 2010 mit vielen Freie Heide Aktivitäten dabei, wie eine Gedenktafel in der Dorfmitte zeigt.
Seit 2003 ist Zempow Ortsteil der Stadt Wittstock/Dosse.
Ab 2012 gab es nach erfolgreicher Verhinderung des Bombodroms eine neue Entwicklungswelle. Es entstand ein neuer Dorfladen bis heute, das Autokino wurde mit einem Kofferraumtrödel neu belebt, der heutige ein beliebter Treffpunkt im Sommer ist. Es gab co-kreative Dorfdesign-Projekte, neue Vereine wurden gegründet, und die kulturellen Aktivitäten, die aus dem Dorf heraus organisiert wurden, nahmen zu.
im Laufe der Jahre zogen neue Menschen ins Dorf und auch kehrten jüngere Zempower Familienangehörige zurück. Dennoch bleibt die Bevölkerungszahl auf gleichem, relativ niedrigem Niveau aufgrund begrenzten Wohnraums.
2018 und 2023 fanden Jubiläumsfeiern der Feuerwehr Zempow (85 Jahre / 90 Jahre) statt
Zempow hat eine Ortschronik „Die Geschichte des Dorfes Zempow“. Sie wurde 2000 bis ca. 1989 von Olaf Engelhardt und Wilhelm Schäkel sen. erstellt, auf Basis der ersten Dorfchronik von 1975. Eine Fortsetzung ist noch offen.
2024 fand in Zempow zum 750-jährigen Jubiläum ein Festjahr mit vielseitigen Veranstaltungen statt.











